Leweling will beim VfB bleibenDFB-Angreifer stemmt sich mit aller Macht gegen England-Wechsel

Wieso nach England wechseln, wenn es in der Bundesliga gut läuft? Auch während des seit dem 1. Januar 2026 geöffneten Wintertransfers ist das ein Thema. Von der englischen Südküste erreicht DFB-Spieler Leweling eine Anfrage. Der aber hat ganz andere Pläne.
Jamie Leweling und der VfB Stuttgart wollen den Verlockungen der Premier League widerstehen. Der 24-jährige Nationalspieler will sich vielmehr in der Bundesliga für die WM interessant machen, ließ Leweling nach seiner Gala beim 4:1 (4:0) bei Bayer 04 Leverkusen wissen. Der Angreifer war zuletzt mit einem Wechsel zu Bournemouth in Verbindung gebracht worden. Die schwimmen nach dem 72-Millionen-Euro-Abgang von Antoine Semenyo zu Manchester City zwar in Geld, suchen jedoch händeringend nach einer Verstärkung für die Offensive.
"Die klassische Floskel ist ja: 'Ich will nicht gehen, ich will hier bleiben.' Das stimmt auch. Wir haben was vor hier als Mannschaft. Ich auch noch. Es ist schön, Angebote zu bekommen, aber ich fühle mich hier wohl", sagte Leweling nach der Partie unterm Bayer-Kreuz in die Kameras und klang dabei wie jemand, der meint, was er da sagt. Vielmehr möchte der vierfache Nationalspieler mit dem Europa-League-Klub weiter für Aufsehen sorgen und seinen zwei Treffern gegen Leverkusen viele weitere folgen lassen.
Der Traum von einer Nacht im WM-Quartier
Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth blockte Fragen nach einem Wechsel ab. Die Stuttgarter hatten im Sommer bereits Nick Woltemade nach einer spektakulären Transfersaga für rund 75 Millionen Euro an Newcastle United verloren. Das soll zumindest im Winter nun nicht passieren. "Wir haben nicht vor, Jamie Leweling zu verkaufen. Wir wollen nicht jede Eventualität an der Öffentlichkeit jede Woche neu bewerten. Wir sind froh, dass wir ihn haben", sagte Wohlgemuth.
Der 24-Jährige will viel lieber im Blickfeld von Bundestrainer Julian Nagelsmann bleiben. "Man hat heute gesehen, dass mich das nicht beschäftigt und ich hier Gas geben will", sagte Leweling und ergänzte, dass er im Sommer sehr gerne gemeinsam mit dem DFB "die eine oder andere Nacht" im WM-Quartier der Nationalmannschaft in Winston-Salem, North Carolina verbringen wolle.
Leweling bislang der DFB-Glücksbringer
Der geborene Nürnberger hat bislang alle seiner vier Länderspiele gewonnen. Gegen die Niederlande und Italien gab es Siege in der Nations League, gegen Nordirland und Luxemburg Erfolge in der WM-Qualifikation. Einen festen Kaderplatz hat Leweling jedoch noch nicht erobern können.
Das hat Leweling mit den restlichen Stuttgarter WM-Kandidaten gemein. Beim 4:1 in Leverkusen standen gleich sieben mögliche Kandidaten für Nagelsmann in der Startelf: Leweling, Deniz Undav, Maximilian Mittelstädt, Alexander Nübel, Angelo Stiller, Josha Vagnoman und Chris Führich. Sie alle hinterlegten bei der schwäbischen Machtdemonstration am Rhein ihre Visitenkarte bei DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der im Stadion Zeuge der Gala wurde. Neben Doppelpacker Leweling trafen auch Mittelstädt und Undav, der es damit auf 14 Torbeteiligungen in den letzten 14 Pflichtspielen bringt.
Lothar Matthäus hat eine Idee
Nicht alle Stuttgarter werden es im Sommer in den Kader schaffen. Doch sogar Lothar Matthäus zeigte sich geradezu verzückt von den Spielern mit dem Brustring. Er brachte gleich noch einen Spieler ins Gespräch. "Da könnte sich wieder was anbahnen", sagte der Weltmeister von 1990: "Gerade wenn sie so spielen, kann es für keinen negativ sein, das sind gute Argumente." Matthäus stürzte sich dann auf den Stuttgarter Abwehrboss Jeff Chabot. Dieser habe "Argumente gesammelt", meinte auch Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß.
So waren die Gäste nach ihrem ersten Bundesliga-Sieg gegen Bayer Leverkusen seit 2018 insgesamt fantastisch gelaunt. In der Tabelle steht Stuttgart mit 29 Punkten jetzt punktgleich mit Bayer und Leipzig, die jedoch ein Spiel weniger haben. Die Leistungsträger wollen bleiben und sich gemeinsam für die WM empfehlen. Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte. "Wenn man über die WM redet, denke ich schon, dass der ein oder andere heute einen richtigen Schritt gemacht hat", sagte Sportvorstand Wohlgemuth. Er dürfte auf viele weitere richtige Schritte hoffen. Diese würden den Vizemeister von 2024 auch in der Liga weiter nach oben tragen. Wer braucht da schon das Geld aus der Premier League?